StartFraktionNeues aus Rat und Fraktion

Neues aus Rat und Fraktion

Referenten

Diskussionsrunde "Eintrittskarte Zukunft" am 16.04.09 in Ashausen

Die Diskussionsrunde der SPD Stelle zu dem Motto „Eintrittskarte Zukunft“ war ein voller Erfolg! Auch wenn die Veranstaltung nicht den Zulauf gefunden hat, den sich die Veranstalter gewünscht hätten, so waren die von den Referentinnen präsentierten Vorträge inhaltlich das Kommen wert! Von Krippe über Kindergarten wurde der Kreis zur Grundschule und einer sinnvollen Familienberatung gekonnt geschlossen.
Frau Kalbreier von der AWO machte in ihrem Beitrag nochmals deutlich, was in Stelle bereits umsetzbar ist: 2 Erzieherinnen in der Krippe sind nicht genug!!! Eine sinnvolle Betreuung ist nur möglich, wenn eine dritte Kraft in der Krippe eingesetzt wird. Auch die vom Kita-Gesetz vorgesehenen Verfügungszeiten von 7,5 Stunden reichen nicht mehr aus, den geänderten Anforderungen an individueller Förderung und dem Informationsbedarf der Eltern gerecht zu werden. Vom Raumbedarf von 3m² pro Kind ganz zu schweigen; er wird offensichtlich zu klein, wenn wir die Vorstellung zu lassen, dass in diesen Raum der Tisch, der Stuhl, das Spielzeug und natürlich auch die persönlichen Wechsel- und Regensachen Platz finden sollen.

Die Problematik des Raumangebotes war auch Thema in dem sehr kreativen Vortrag von Frau Johannsen, Rektorin der Grundschule Ashausen. Die Aussage: Der dritte Lehrer ist der Raum“ macht deutlich, wie viel Wert auf eine sinnvolle und anregende Raumgestaltung auch in der Schule zu legen ist. Gerade das in Ashausen erfolgreich eingeführte Konzept der offenen Eingangsstufe lebt von geänderten Raumvorgaben, in denen die Lehrmethoden viel gezielter eingesetzt und umgesetzt werden können. Teamarbeit und Eigenverantwortung wird den Kindern jahrgangsübergreifend in Lernteams so vermittelt, dass die Arbeit am Wochenplan, den jedes Kind individuell erhält, auch ohne Lehrkraft im Arbeitsraum still und konzentriert erfolgt. Gerade diese Aussagen führte bei den Zuhörern zum Staunen und wurden in der den Referaten folgenden Diskussion noch hinterfragt und tiefer erklärt. Die Diskussion verdeutlichte ebenfalls, dass das in Ashausen gelebte Schulkonzept nicht dazu dienen soll, Kinder im Schnelldurchlauf an die Uni zu bringen. Es soll vielmehr den Kindern helfen entsprechend ihren persönlichen Entwicklungen mal schneller und auch mal langsamer durch die Schule zu laufen, ohne durch „sitzen bleiben“ Motivationseinbußen zu erleben!

Die Ideen zur Familienberatung, die verschiedenen Ansätze und Lösungsvorschläge, die im Vortrag von Frau Kalbreier angerissen wurden, stießen ebenfalls auf reges Interesse. Der immer undurchschaubare Rechtsrahmen, die immer schwierigeren Antragswege und die unendliche Verteilung der Zuständigkeiten stellt auch im ländlichen Raum die Familien immer häufiger vor die Frage: Wer kann mir hier helfen? Ein Beratungsangebot unter einem zentralen Dach war dann auch der Wunsch aus den Zuhörerreihen. Es wäre schön, wenn die im Jugendausschuss immer mal wieder angesprochenen Ideen weiter in der Diskussion bleiben würden und vielleicht hieraus einmal eine zentrale Anlaufstelle entwickelt werden würde.
In der Diskussion zu den angesprochenen Themen wurde deutlich, dass das unterschiedliche Raumangebot in den Kindergärten der Gemeinde, genau wie die nicht überschaubaren Öffnungszeiten und Angebote in den verschiedenen Einrichtungen ein Problem darstellen. Hierzu konnte auf die vergangene Jugendausschusssitzung verwiesen werden, in der ja nochmals das seit 2007 geforderte Gesamtkonzept für die in der Gemeinde angebotenen Kinder- und Jugendbetreuung angemahnt wurde. Mögliche Inhalte solch eines Konzeptes wurden vorgestellt und werden als Idee an die Gemeindeverwaltung weitergegeben.
Es bestand am Ende einvernehmen, dass in Stelle schon viel erreicht wurde, aber auch noch Wünsche offen sind.
Für die künftige Ratsarbeit und die Weitergabe an die Endscheider auf Bundes- und Landesebene wurden den Veranstaltern daher noch einige Wünsche mit auf den Weg gegeben:

1. Für Stelle soll die dritte Kraft in den Krippengruppen auf Dauer
erhalten bleiben!

2. Die räumlichen Verhältnisse in den Kindergärten und Schulen
sind den modernen Bildungsmethoden anzupassen! 3 m² pro Kind sind einfach nicht ausreichend, daher sollte der Raumbedarf von der Gemeinde als Verantwortlichem für die Einrichtungen erweitert werden.

3. Sowohl in den Kindergärten als auch in den Schulen soll die Gemeinde –wie auch das Land und der Bund- dafür Sorge tragen, das die Gruppen / Klassengröße auf 20 Kinder limitiert wird!

4. Es sollte ein einheitliches Bildungskonzept trotz des Föderalismus erarbeitet werden

5. Die Diskussion rund um die Bildung muss möglichst breit geführt werden, damit auch etwas erreicht werden kann!

Bei diesen Ergebnissen konnten alle Beteiligten zufrieden die Veranstaltung beenden und feststellen, dass alle die nicht dabei waren wirklich etwas verpasst haben!! Für die Zuhörer wäre sicher auch die Meinung der nicht anwesenden übrigen Fraktionen des Steller Gemeinderates zu diesem Thema interessant gewesen. Vielleicht lässt sich bei einer Folgeveranstaltung dieser Meinungsaustausch nachholen.



Stelle, 24.04.09
Carola Luther

 
 

 
Inhaltsübersicht Kontakt Barrierefreiheit Impressum Datenschutz